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Logo von Saskia Ivenz mit stilisierter Katze und handschriftlichem Ivenz-Schriftzug

MY HEAD

DIE MACHT DER GEDANKEN

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Unsere Gedanken können uns klein halten oder uns über uns selbst hinauswachsen lassen. Sie beeinflussen, wie wir uns sehen, was wir uns zutrauen und welche Grenzen wir für möglich halten. Genau davon handelt "MY HEAD": von der unsichtbaren Welt in uns und der Frage, wie viel Macht wir ihr über unser Leben geben. Wir können unsere Gedanken teilen, sie aussprechen oder für uns behalten. Doch solange wir sie nicht öffnen, bleiben sie unerreichbar. Für mich ist der Kopf deshalb ein faszinierender Widerspruch: das sicherste Gefängnis und gleichzeitig der einzige Ort,an dem wir wirklich grenzenlos sein können. Gedanken können uns einsperren, uns Angst machen und Grenzen erschaffen. Aber genau dort können wir auch träumen, Möglichkeiten entstehen lassen und eine Zukunft denken, die noch gar nicht existiert. Denn was wir über morgen denken, ist zunächst nur das: ein Gedanke. Noch keine Realität. Und genau darin liegt seine Freiheit und seine Macht. Der Körper erzählt dagegen von dem, was bereits da war. Die Tattoos machen sichtbar, was einen Menschen geprägt hat: Erfahrungen, Erinnerungen, Liebe, Sehnsüchte oder Menschen, die wir vermissen. Ich bringe diese Geschichten bewusst auf die Haut. Sie stehen für das Erlebte, für Spuren einer Vergangenheit, die Teil von uns geworden ist. Für Erlebnisse, die uns geformt haben. Die Haut erzählt, wo wir herkommen. Der Kopf lässt offen, wohin wir gehen. Zwischen beidem steht der Mensch, geprägt von seiner Geschichte, aber nicht dazu verurteilt, seine Zukunft von ihr bestimmen zu lassen. Früher sagte ich einmal, ich hätte nicht genug Körper für all die Tattoos, die ich gerne hätte. Heute male ich diese Körper und kann ihnen all die Geschichten auf die Haut geben, die mich berühren. Auch die selbstbewussten, teilweise provokanten Posen sind bewusst gewählt. Meine Figuren dürfen Raum einnehmen. Sie dürfen stark und verletzlich zugleich sein. Vielleicht male ich in ihnen manchmal auch etwas von der Frau, die ich selbst gerne sein möchte: mutiger, freier und weniger begrenzt durch den eigenen Kopf. Auch die Hintergründe sind Teil dieser Idee. Gold, Silber und Chromeffekte treffen auf gespachtelte Strukturen, auf Höhen und Tiefen, Brüche und Unebenheiten. Fast wie im Leben selbst. Das Entscheidende daran zeigt sich erst, wenn man sich vor dem Original bewegt: Je nach Lichteinfall, Raum und Blickwinkel verändert sich das Bild. Flächen beginnen zu leuchten, andere treten zurück, Strukturen werden plötzlich sichtbar. Dasselbe Werk kann innerhalb weniger Schritte eine vollkommen andere Wirkung entfalten. Für mich ist das eine Parallele zu unseren Gedanken:​​ Nicht immer verändert sich das, was vor uns liegt. Manchmal verändert sich nur die Perspektive, aus der wir es betrachten. Denn diese Serie ist für mich persönlich. Erst durch meine eigene Entwicklung habe ich verstanden, wie lange ich Gedanken geglaubt habe, die mich klein gehalten haben. Ich musste lernen, dass ein Gedanke keine Wahrheit sein muss. Diese Erkenntnis hat meine Sicht auf mich selbst verändert und findet sich heute in meinen Bildern wieder. Auch bekannte Logos und Symbole bekommen deshalb eine neue Bedeutung. Sie stehen für große Gedanken, Ziele und für Dinge, die einmal unmöglich oder absurd erschienen. Wer hätte gedacht, dass ausgerechnet eine Suppendose zu einer Ikone der Kunstgeschichte werden könnte? Für mich steckt darin eine einfache Frage: Welche Grenzen existieren wirklich und welche existieren nur in unserem Kopf? Deshalb möchte ich mit MY HEAD keine fertigen Geschichten erzählen. Mich interessiert, was der Betrachter selbst in meinen Figuren erkennt. Der eine sieht vielleicht zuerst nur eine leicht bekleidete, provokant inszenierte Frau. Ein anderer sieht eine Frau, die sich in ihrem Körper selbstverständlich bewegt, Raum einnimmt und sich nicht danach richtet, wie sie von außen beurteilt wird. Wieder ein anderer erkennt darin vielleicht genau das Selbstbewusstsein, das er sich selbst manchmal wünscht. Mich fasziniert dieser Moment, weil wir alle vor demselben Bild stehen und trotzdem etwas anderes darin erkennen. Was wir sehen, wird geprägt von unseren eigenen Erfahrungen, Werten, Unsicherheiten und Sehnsüchten. Vielleicht erzählt unsere Interpretation deshalb am Ende weniger über die Person auf der Leinwand als über uns selbst.

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"Nicht immer verändert sich das, was vor uns liegt. 
Manchmal verändert sich nur die Perspektive,
aus der wir es betrachten."

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